Verringertes Wachstum und Kleinwuchs bei pGHD
Kinder und Jugendliche mit Wachstumshormonmangel (Growth Hormone Deficiency, GHD) weisen ein verringertes Längenwachstum auf, das bei starker Ausprägung der Erkrankung mit einer frühen Manifestation innerhalb des ersten Lebensjahres einhergehen kann. Bei weniger ausgeprägten Fällen sind die Anzeichen der Wachstumsstörung nach dem ersten Lebensjahr erkennbar.1
Typische Symptome bei Kindern und Jugendlichen
Symptome, die neben Kleinwuchs auf einen vorliegenden pädiatrischen Wachstumshormonmangel (Pediatric Growth Hormone Deficiency, pGHD) hindeuten können, sind zum Beispiel:1
Mittelgesichtshypoplasie
Hypotonie
Verzögerte Entwicklung der Zähne
Hohe Stimmlage
Langsames Nagelwachstum
Stammfettsucht (Fettpolster vorwiegend in der Bauchregion)
Dünnes, schütteres Haar
Symptome bei Neugeborenen
In der Regel liegt die Körpergröße von Neugeborenen mit pGHD bei der Geburt im Normbereich. In manchen Fällen kann sie jedoch um etwa 10 % verringert sein.1
Schwere rezidivierende Hypoglykämien, eine protrahierte konjugierte Hyperbilirubinämie sowie ein Mikropenis bei Jungen können bei Neugeborenen Hinweise auf einen Wachstumshormonmangel darstellen – meist im Zusammenhang mit dem Ausfall anderer hypophysärer Hormone. Eine Wachstumsstörung wird zumeist erst nach sechs bis zwölf Monaten beobachtet.2
Folgen eines unbehandelten Wachstumshormonmangels über Kleinwuchs hinaus
Wachstumshormonmangel ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Er kann jedoch neben Kleinwuchs weitere körperliche sowie psychische Auswirkungen haben, die Patientinnen und Patienten zusätzlich belasten können.1,3–5
Mögliche körperliche Folgen eines Wachstumshormonmangels
Bleibt ein Wachstumshormonmangel unbehandelt, kann ein lebenslanger Kleinwuchs die Folge sein.1 Studiendaten von Erwachsenen mit unbehandeltem GHD zeigen zudem, dass ein nicht therapierter Wachstumshormonmangel mit erhöhten Prävalenzen für verschiedene Erkrankungen assoziiert ist. Dazu gehören insbesondere:3
- Kardiovaskuläre Erkrankungen
- Dyslipidämien
- Osteoporose
Mögliche psychische Folgen eines Wachstumshormonmangels
Ein Wachstumshormonmangel hat nicht nur physische Folgen. Kinder und Jugendliche mit pGHD können darüber hinaus psychische Auswirkungen erleben, die eine zusätzliche Belastung darstellen können. Mögliche psychische Auswirkungen einer Wachstumsstörung aufgrund von Wachstumshormonmangel sind zum Beispiel:4,5
- Geringes Selbstwertgefühl
- Depressionen
- Angstzustände
Auch interessant für Sie:
GHD = Growth Hormone Deficiency (Wachstumshormonmangel)
LAGH = Long-Acting Growth Hormone (langwirksames Wachstumshormon)
pGHD = Pediatric Growth Hormone Deficiency (pädiatrischer Wachstumshormonmangel)
- Murray PG and Clayton PE. Disorders of Growth, in: Brook's Clinical Pediatric Endocrinology, Seventh Edition. 2019. https://doi.org/10.1002/9781119152712.ch6
- Binder G et al. Leitlinie zur Diagnostik des Wachstumshormonmangels im Kindes- und Jugendalter. Monatsschr Kinderheilkd. 2009; 157:997–1006. doi: 10.1002/9781119152712.ch6. Verfügbar unter: https://link.springer.com/article/10.1007/
- Fukuoka H et al. Prevalence and risk of complications in untreated patients with adult growth hormone deficiency. Pituitary. 2025; 28(2):32. doi: 10.1007/s11102-025-01500-9. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39966200/
- Abe S et al. Depressive tendency in children with growth hormone deficiency. J Paediatr Child Health, 2009. 45(11):636–640. doi: 10.1111/j.1440-1754.2009.01586.x. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19845844/
- Akaltun I et al. Is growth hormone deficiency associated with anxiety disorder and depressive symptoms in children and adolescents?: A case-control study. Growth Horm IGF Res, 2018. 41:23–27. doi: 10.1016/j.ghir.2018.06.001. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29886327/
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